19.01.2021

Wegbegleiter im Kampf gegen den Krebs

Zwei hauptamtliche Onkolotsinnen beraten und begleiten im Onkologischen Zentrum am CaritasKlinikum Saarbrücken Betroffene durch ihre Krebserkrankung.
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„Eine Krebsdiagnose verändert auf einen Schlag das bisherige Leben“, erzählt Nadine Leinenbach. „Die Angst, zu sterben ist plötzlich allgegenwärtig und oft fühlen sich die Patienten hilf- oder sogar machtlos“, so die Onkolotsin. „Wir sind für die Betroffenen da und gehen den Weg mit den Krebspatientinnen und -patienten gemeinsam.“


Nadine Leinenbach und ihre Kollegin Susanne Welsch beraten und begleiten onkologische Patientinnen und Patienten sowie deren Familienangehörige während der Erkrankung aber auch in der Zeit danach. „Wir stehen den Erkrankten vor allem beratend zur Seite und helfen ihnen, den optimalen Weg durch die vielfältigen Versorgungsangebote zu finden“, berichtet Susanne Welsch. „Mein Ziel ist es, Betroffene zu stärken und zu unterstützen, so dass sie mehr Lebensqualität zurückgewinnen“, sagt Welsch.


Die beiden arbeiten schon seit Jahren im CaritasKlinikum Saarbrücken. Susanne Welsch ist gelernte Krankenschwester und war vor ihrer Onkolotsen-Tätigkeit viele Jahre im Sozialdienst und der Patientenüberleitung aktiv. Nadine Leinenbach bringt als Fachkrankenschwester für Onkologie, Palliativ- und Schmerzmedizin und ihre langjährige Tätigkeit im Onkologischen Zentrum ebenfalls viel Erfahrung mit.


Die beiden sind sehr einfühlsam im Umgang mit den Betroffenen und sowohl intern als auch extern gut vernetzt. „Durch meine vorherige Tätigkeit weiß ich, wen ich für welches Thema ansprechen kann“, erläutert Susanne Welsch. „Ich informiere bei Bedarf unseren Sozialdienst oder unsere Psychoonkologen und stelle den Erstkontakt für die Patienten her“, so die Onkolotsin. „Weiterhin besteht eine intensive Zusammenarbeit mit externen Kooperationspartnern, wie beispielsweise der Saarländischen Krebsgesellschaft“, sagt Welsch. „Patienten und Angehörigen bekommen in den ambulanten Krebsberatungsstellen ein weiterführendes Unterstützungsangebot, für die Zeit während und nach der Therapie.“  


„Wir nehmen uns viel Zeit für die Patienten und haben immer ein offenes Ohr“, erzählt Nadine Leinenbach. „Falls während der Therapie Nebenwirkungen auftreten, hilft manchmal schon ein Telefonat.“ Die beiden Onkolotsinnen verteilen Informationsmaterial, organisieren Gespräche, wissen, wann die Ernährungsberaterin des Onkologischen Zentrums oder die anderen Kollegen zu Rate gezogen werden müssen. Sie knüpfen die notwendigen Kontakte und dienen als kompetente und konstante Ansprechpartner.


„Wenn die Patienten es wünschen, begleiten wir sie auch zu den Befundgesprächen“, erzählt Leinenbach. „Seit der Corona-Pandemie treffen wir uns auf Wunsch auch direkt am Eingang und gehen gemeinsam mit ihnen zum Arzt.“ „Wir erleben oft, dass nach dem Arztgespräch, in dem die schockierende Diagnose Gewissheit wird, Patienten keine Kraft haben die vielen Informationen über notwendigen Behandlungen und Therapien aufzunehmen – genau hier beginnt dann unsere Arbeit“, erklärt Susanne Welsch.


Doch nicht nur auf der Suche nach dem richtigen Therapieangebot sind sie die ersten Ansprechpartner. Haarausfall, Erbrechen, Übelkeit, Fieber oder der Verlust des Geschmacksinns – die vielen Nebenwirkungen sind für die Betroffenen belastend – sowohl körperlich als auch seelisch. Auch hier wissen sie, was zu tun ist oder geben hilfreiche Tipps bei Alltagsfragen. „Während meiner Ausbildung hat mich der folgende Satz geprägt: ‚Du bietest den Patienten einen bunten Blumenstrauß und der Patient sucht sich die Blume aus, die er gerade am dringendsten benötigt‘, so Onkolotsin Nadine.


„Wir haben es auch ab und an mit Härtefällen zu tun. Seien es finanzielle Probleme oder eine alleinerziehende Mama, die sich nicht operieren lassen will, weil sonst niemand für die Kinder da ist. Auch hier machen wir Mut und finden gemeinsam mit den Patienten und allen Beteiligten eine Lösung“, so Welsch.


Das Wohlergehen der Patientinnen und Patienten liegt den beiden sehr am Herzen. Täglich stehen die beiden mit zahlreichen Betroffenen in engem Kontakt. „Das Besondere an unserer Tätigkeit als Onkolosten im CaritasKlinikum Saarbrücken ist, dass wir es nicht zusätzlich zu unserer alltäglichen Arbeit machen, wie das in anderen Kliniken der Fall ist. Unsere Klinikleitung hat entschieden, zwei reine Onkolotsenstellen zu etablieren, das freut uns sehr, denn so haben wir die notwendige Zeit, um uns ganz intensiv um die Patientinnen und Patienten zu kümmern“, berichten die beiden Onkolotsinnen.


Das Angebot ist für alle Krebspatienten sowie deren Familienangehörige kostenlos. In vertraulichen Gesprächen können sie offen über ihre Sorgen und Nöte sprechen. Die persönlichen Gespräche finden im CaritasKlinikum Saarbrücken statt, aber auch telefonisch oder per E-Mail sind die Onkolotsinnen erreichbar.

Onkologisches Zentrum am CaritasKlinikum Saarbrücken St. Theresia Rheinstraße 2, D-66113 Saarbrücken

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